Fast eine halbe Million Menschen flüchten aus Mali. Sie haben…
Die Kinder des Dalai Lama: Nyima flüchtete über den Himalaya
Nyima ist sieben Jahre alt. Als dieses Foto gemacht wurde, war sie gerade einmal drei Wochen im Tibetischen Kinderdorf des Dalai Lama in Dharamsala im nordindischen Himalaya. Sie ist noch gezeichnet von der Flucht, mager, zerstochen und zerbissen von Insekten und Parasiten. Über einen Dolmetscher hat sie uns ihre Geschichte erzählt. Ein tibetisches Kinderschicksal, wie es tausende gibt:
Das Mädchen lebte in einem Dorf auf der tibetischen Hochebene. Der Vater ist Handwerker, die Mutter half als Landarbeiterin in einer staatlichen Viehzuchtkolchose. Nyima war das einzige Kind - mehr durfte die Familie nach den Maximen der chinesischen "Ein-Kind-Politk" nicht haben. Kinder aber sind für die Tibeter das Wichtigste auf der Welt. Als Nyima sechs Jahre alt war kam sie zur Schule. Dort war tibetisch verboten, die Kinder wurden zu Chinesen erzogen. Einige Woche nach ihrer Einschulung wurde ihre Mutter schwanger.
Die Schwangerschaft blieb geheim, bis sich Nyima in der Schule verplapperte, die Behörden bekamen Wind von der Schwangerschaft, auf die Eltern wurde Druck ausgeübt: Entweder Abtreibung oder Repressalien. Nach langen verzweifelten Gesprächen entschied der Vater: Nyima muss fliehen, dann können wir ein zweites Kind bekommen. Die Flucht wurde organisiert, das Kind wurde einem Onkel mitgegeben, der mit einem Flüchtlingstrupp los zog, sobald die Pässe wieder einigermassen passierbar waren.
Die Flüchtlinge zogen auf geheimen Pfaden fast einen Monat lang durchs Hochgebirge. Zweimal wurden sie von chinesischen Patrouillen verfolgt, dabei verloren sie drei Flüchtlinge. Kurz bevor sie nepalesisches Gebiet erreichten, geriet der Flüchtlingstrupp in eine Lawine, der Onkel und vier weitere Flüchtlinge wurden verschüttet, starben im Schnee. Nyima wurde sofort von einer tibetischen Familie aufgenommen - die Solidarität unter den Flüchtlingen ist gross, einer hilft dem anderen.
Über Nepal kamen die Flüchtlinge dann nach Dharamsala. Nyima wurde sofort in eine Familie im Tibetischen Kinderdorf in Dharamsala integriert. Sie lebt mit vier Jungen und sieben Mädchen in einem Haus, wird von den "Familieneltern" umsorgt. Sie geht noch nicht zur Schule. Der Arzt: "Das Kind ist noch traumatisiert. Ihre Seele muss erst wieder lernen ohne Angst zu leben. Da ist das tägliche Zusammensein mit den anderen Kindern die beste Therapie."
Nyima wird ihren Weg gehen. Sie wird in ihrer Familie aufwachsen, sie wird lernen. Sie hat die Möglichkeit, eine weiterführende Schule zu besuchen. Sie hat sogar die Möglichkeit zu studieren. Oder sie lernt ein Handwerk. Alle diese Möglichkeiten hat sie im Kinderdorf. Und um diese Möglichkeiten zu erhalten brauchen wir vom Förderverein Ihre Spenden. Sie helfen damit den Kindern des Dalai Lama.
Und sie helfen einem Mädchen wir Nyima: Dass ihre Seele wieder heilt, dass sie ein Leben führen kann, wie Kinder es auf der ganzen Welt führen sollten: Ohne Not, ohne Hunger, ohne Unterdrückung und mit allen Chancen ihr Leben selbst zu bestimmen.








