Die Kinderdörfer des Dalai Lama: Jigmel braucht einen Platz zum Leben

Die Flucht ist geglückt - sie sind in Sicherheit beim Dalai Lama: Grossvater Chöpal und Enkelsohn Jigmel (11). Im Massenlager haben sie ein Bett und eine kleine Ecke, Privatleben gibt es nicht. Der Grossvater: "Ich habe meine Pflicht getan, mein Jigmel kann beim Dalai Lama aufwachsen. Für mich hat sich mein Lebenskreis geschlossen."

Eine grosse kahle Halle, Notbetten an den Wänden, auf den Betten billige Reisetaschen oder Plastiktüten: Das Aufnahmelager für die Flüchtlinge aus Tibet. Alles ist ärmlich, abgenutzt, es riecht nach ungewaschenen Menschen, nach lange getragenen Kleidern. Wenn die Flüchtlinge es endlich nach Dharamsala geschafft haben, dann sind sie nicht im Paradies gelandet. Das Leben im Exil ist hart, es ist ärmlich, hier wird niemandem etwas geschenkt. Auch den Kindern nicht. Die Tibeter leben als Gäste bei den Indern - aber ob sie willkommene Gäste sind ist fraglich.

Auf unserem Foto sehen wir Chöpal (64) und seinen Enkel Jigmel. Das Kind ist total abgemagert, die Ärmchen sind wie dünne Stöcke. Sie sitzen auf ihren Betten, das ist für die nächsten Tage und Wochen ihr Lebensraum. Dann entscheidet sich, ob Jigmel im Kinderdorf aufgenommen werden kann. Wenn Platz ist, wenn sich eine der Kinderdorf-Familien für ihn findet, dann hat er Glück gehabt. Dann wird für ihn gesorgt. Er bekommt Kleidung, ein eigens Bett, jeden Tag zu essen und er kann die Schule besuchen. Dort wird er ausgebildet: Besser als in den Schulen des indischen Staates. Wenn er kein Glück hat weil es einfach keinen Platz mehr gibt in den Kinderdörfern des Dalai Lama, weil sie überfüllt sind - dann müssen Chöpal und Jigmel sehen, wie sie weiterkommen. Und sehr oft haben Flüchtlingskinder kein Glück. Trotz der Unterstützung durch den Dalai Lama, trotz der Unterstützung durch Hilfsorganisationen - es fehlt in Dharamsala an allem.

Es fehlt an Geld für neue Häuser in den Kinderdörfern, es fehlt an Geld für eine ausreichende medizinische Versorgung, es fehlt an Arbeitsplätzen, es fehlt an Wohnungen. Die Tibeter müssen bei indischen Vermietern wohnen - die verlangen von den Flüchtlingen Horrorpreise. Sie müssen meistens als Tagelöhner bei indischen Arbeitgebern schuften - die zahlen Hungerlöhne. Die Tibeter helfen einander wo sie nur können - aber sie sind auf Hilfe ausländischer Organsiationen angewiesen. Wenn Jigmel es schafft ins Kinderdorg aufgenommen zu werden, dann ist sein Leben einigermassen gesichert. Das seines Grossvaters nicht.

Im Kinderdorf kann sich Jigmel erholen, er kann zunehmen, er kann gesund werden und er kann lernen. Aber es gibt viele Kinder, die nicht aufgenommen werden können, weil einfach kein Platz mehr da ist. Das ist mit der Grund, warum wir dort helfen wollen: Mit Ihren Spenden sollen neue Häuser für Kinder wie Jigmel entstehen, Wir wollen mithelfen, den Kindern des Dalai Lama eine Zukunft zu geben.

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